Der Rollstuhlsport hat seinen Ursprung im Jahr 1948, als der englische Arzt Sir Ludwig Guttmann zum ersten Mal Rollstuhlwettkämpfe, in den noch heute bestehenden Sportstätten in Stoke Mandeville, organisierte. Die Wettkämpfe wurden in den „normalen“ und damals noch sehr schweren Alltagsrollstühlen ausgetragen. Gewichtseinsparungen wurden gemacht, indem auf „Überflüssiges“ wie Bremsen, Stossgriffe etc. verzichtet wurde. 1952 nahmen die Niederlande an diesen Wettkämpfen teil, wodurch diese Spiele zu den ersten internationalen Rollstuhlwettkämpfen avancierten. 1958 waren auch die ersten Schweizer Sportler vertreten. Im Jahr 1960 wurden diese sogenannten Stoke Mandeville Games offiziell zu den Paralympics und fanden in Rom statt. „Para“ bedeutet „neben“, also so viel wie „parallel“ zu den olympischen Spielen. Nur kurz danach wurden zum ersten Mal die paralympischen Spiele 1988 in Seoul in den gleichen Sportstätten wie die olympischen Spiele ausgetragen. Seither hat sich national und international sehr viel bewegt. So wurde 1966 der erste Rollstuhlclub in der Schweiz und 1989 das internationale Paralympic Committee (IPC) gegründet. Auch die Ausrüstungen haben sich entwickelt und es entstanden erste eigentliche Sportgeräte wie der dreirädrige Rennrollstuhl.
Positive Entwicklung
Während 1960 in Rom noch 400 Athleten aus 23 Nationen um Medaillen kämpften, waren es in London 2012 bereits weit über 4000 Athleten aus 164 Nationen. In Rom nahmen noch ca. 5000 Zuschauer an der Eröffnungsfeier teil, im Olympiastadion von London 2012 erlebten rund 80‘000 Zuschauer eine Megashow. Ebenfalls waren rund 6000 Medienschaffende zugegen und diverse Wettkämpfe wurden live übertragen, was auch diesbezüglich neue Massstäbe setzte. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Rollstuhlsport weiter positiv entwickeln kann und der Rollstuhlsport, besonders auch in der Schweiz, an Attraktivität gewinnt.
